cítíš
Mě?

Installation, Glycerin, Seife,
57 × 38 × 25 cm + Video, 2020

druck, anpassung, widerstand, wiederholung, wände, du, er, der nebenan, sie, wir? alles das gleiche, wer bin ich? mein raum dein raum, bin ich bei mir oder bei dir? teppichstange, wohnung 7, wohnung 8, teil 19, wohnung 10, aufzug ohne bewegung, fall, der nebenan macht schnitzel, man hört es, man riecht es, aber man spricht darüber nicht, nah und doch so weit voneinander, privatblasen eng nebeneinander, raumzelle, 3+1 in der 7. etage, wohnkern, kernseifengeruch, hpl badezimmer, die uniformität, verwechslung, orange darüber malen, kannst du mich riechen? etwas von dir ist geblieben, der odor, wie viel von mir muss ich da lassen, bis du sagst, dass ich das bin. dein gefügigkeitsprozess ist zu riechen, saubermachen, sterilität, individualitätsverlust, identitätsspeicher, druckspeicher, dreckspeicher, säubern, dreck abwaschen, sich reinigen, ablösen, konformität erreichen, eintönigkeit, unterschiedlichkeit abreiben, beseitigen, persönliches profil glätten, ungleichheit abschaben, zerquetschen, rubbeln, scheuern, einzelheiten vernichten, asyl für dich und deine mikrofauna.

In der Installation cítíš mě? (dt. riechst du mich?) unternimmt die Künstlerin einen Versuch, ihre Gefühle in Hinblick auf die persönliche Erfahrung mit dem Leben im Plattenbau zu definieren. Die unvermeidliche Dichte und die gewisse Transparenz des Miteinanderlebens in einem vielstöckigen Mehrfamilienhaus bilden den Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Die Künstlerin fertigt einen riesigen Seifenkern an und nutzt ihn als Fläche für den Abdruck des eigenen Körpers. Durch das Abwaschen des Menschenkörpers wird der Seifenblock nicht nur deformiert, sondern erhält auch Partikel der Bakterienflora einer Person. Der direkte Kontakt und die Wechselwirkung zwischen dem Objekt und dem Menschen führen zur Personalisierung des Objekts. Der Vorgang stellt zugleich symbolisch das Verhältnis zwischen der Architektur und ihren Nutzer*innen dar.

Bild:
© Daniela Iva Svobodová, cítíš mě?, 2020 / Foto (Screenshot): Daniela Iva Svobodová

Daniela Iva
SvobodovÁ

Daniela Iva Svobodová / Prag-Halle (Saale) / CZ (geb. 1992 in Cheb / Tschechien) studierte Architektur und Design an der Akademie der Künste in Prag und an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle (Saale). Zurzeit absolviert sie dort ein Bildhauerei-Masterstudium bei Prof. Andrea Zaumseil. Sie arbeitet in verschiedenen Disziplinen, wie Zeichnung, Malerei, Sound, Bildhauerei, Installation.

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